Posts mit dem Label Kunst werden angezeigt. Alle Posts anzeigen
Posts mit dem Label Kunst werden angezeigt. Alle Posts anzeigen

Montag, 14. Februar 2011

Design auf Dope: Verner Panton

Gestern wäre er 85 geworden: Verner Panton, revolutionärer Designer aus Dänemark (13.2.1926, Gamtofte, Dänemerk). Derzeit ehrt ihn eine kleine Ausstellung in den Nordischen Botschaften, der Eintriit ist frei.

"Psychedelisch" ist wohl der treffendste Begriff, um seine Formenwelten zu beschreiben. Er schaffte es den schwingenden und pulsierenden Visionen der frühen 70er Jahre Form zu geben: Klare Farben, fließende Formen und bewegliche Lichtskulpturen. Neuartige Oberflächenstrukturen, moderne Werkstoffe - Science-Fiction-Ausstattung.

Wahrlich spektakulär war Pantons Sonderausstellung zur Kölner Möbelmesse Visiona II 1970. Von Bayer gesponsort konnte er ein extra angemietetes Binneschiff komplett mit seinen unglaublichen Wohnlandschaften einrichten. LSD-Trip pur. Einen Eindruck gibt das folgende Video ... die Tonspur ist vielleicht noch extremer als die Bilder. In der Ausstellung gibt´s den Film komplett.



Astrologisch ist Panton ein üppigst wassermännisch ausgestatter Typ (Sonne, Merkur, Venus, Jupiter in Wassermann). Uranus als Herrscher der ganzen Bande steht offen in den Fischen und füttert kräftig mit Eingebungen. Der erdige Steinbock-Mars setzt diese Inspirationsflut dann konkret um. Durch das Transitgeschehen Ende der 60er wurde der Radix-Uranus per Uranus-Pluto-Opposition gänzlich auf den Kopf gestellt; Neptun über Saturn gab der Formfindung dann noch völlig neue Dimensionen. Als letzter Kick wanderte Jupiter über Pantons Radix-Neptun.

Der Uranus-Return ist jetzt abgeschlossen, eine neue uranische Runde beginnt und wird sicherlich neues Licht auf sein Erbe werfen. Ich bin gespannt, wie das Eingang findet in aktuelle Gestaltung und Design.

Sonntag, 13. Februar 2011

Pötte aus Japan

Womit beginnt ein Löwe an sich gerne seine Aussagen? Mit: Ich persönlich finde. Also ... ich persönlich finde ja die japanische Kultur super faszinierend. Dabei habe ich ein spezielles Faible für die Keramik.
Eine der besten und vielfältigsten Sammlungen moderner japanischer Keramik ... oder auch wahrlich traditionsgeladener "Karmik", wie ich versehentlich schrieb ... ist die des Ehepaars Crueger, das seine Sammlung nun großartigerweise den Berliner Museen überläßt. Anläßlich dieser Überlassung wird nun ein Teil der Stücke im Asiatischen Museum in Dahlem ausgestellt.

Die Synthese von sehr alter handwerklicher und künstlerischer Tradtition mit modernen Einflüssen finde ich richtiggehend aufregend - kann vielleicht nicht jedermann nachvollziehen. Diese kleine Schale beispielsweise mit den zauberhaften Blüten ist so fein gearbeitet (Aufbaukeramik!), dass die Wände durchscheindend sind. Das ist schon krass.

Einige der ausgestellten Künstler tragen den japanischen Ehrentitel "Lebender Nationalschatz". Für uns Europäer ist diese Art tiefer Wertschätzung für Künstler wohl gar nicht nachzuvollziehen. Vielleicht berühren mich diese Objekte deswegen so tief. Vielleicht haben die Arbeiten aber auch tatsächlich aufgrund der ihnen innewohnenden Geschichte eine ganz andere Intensität. Eben nicht nur Teeschalen.

Die Ausstellung läuft noch bis Anfang April. Der Asbstecher lohnt sich in jdeme Falle, denn parallel ist im Asiatischen Museum das "Teehaus" (2009) des chinesischen Konzeptkünstlers Ai Weiwei zu sehen.


Bild aus: Wege zur Japanischen Keramik. Fotograf Thomas Naethe

Donnerstag, 30. September 2010

Schwarze Puppen und Spiegel

Es bleibt skorpionisch. Ich war gestern wieder im Museum ... Berlin hat derer ja genug. Es gab Vodou, eine kleine Sonderschau in Dahlem. Zu sehen sind etwa 350 Artefakte aus Haiti.

Man ahnte es ja bereits beim Blick auf die Plakate und so fühlte es sich beim Besuch auch an: Das ist keine Folklore-Sammlung. Es werden rituelle Objekte ausgestellt, die zum Teil auch immer noch üppigst aufgeladen erscheinen. Ich bin noch ganz gefangen von den so unterschiedlichen, vielfältigen Eindrücken und Gefühlen, die diese Objekte transportieren oder auslösen. Objektive Backgroundinfo und ein schöner Foto-Rundgang finden sich hier .

Wenn ich es richtig verstanden habe, kann man zwei Arten von Vodou-Ritualen unterscheiden. Die einen sind mehr oder weniger öffentlich, Gäste willkommen - sozusagen die Tageslicht-Variante. Dann gibt es aber auch geheimen Riten. Im Ursprung praktiziert von kleinen Gruppen, die sich im Kampf gegen die Unterdrückung in der Sklavenzeit zusammen gefunden haben. Eine der heute noch existenten Geheimgesellschaften ist der Bizango. Ein Interviewpartner nannte sie die nächtlichen Kämpfer des Vodou. Und dort passiert wohl das, was wir als schwarzmagisch bezeichnen würden.

Inhaltlich wie formal sind die Vodou-Gegenstände eine wilde Mischung afrikanischer und abendländischer Traditionen. Neben Naturmaterialien, Knochen, Schädeln werden Stoffe, Glasperlen, Pailletten verarbeitet. Ich habe Ken + Barbie ebenso entdeckt, wie einen eingebauten Plastikdinosauerier. Das Bild einer Schwarzen Madonna steht neben Schlangenskulpturen, Kerzen und Spiegeln. Bei den dargestellten Geistern (lwa) sieht man ganz urprüngliche Figuren wie den Großen Baumgeist, die schmuckliebende Freda-Venus, den Großvater im Lehnstuhl, den wilde, aber guten Kämpfer, Sirenen, Madonnen, einen Fischgott. Alles, was hilft, geht da wohl.

Und dann gibt es diese wirklich gruseligen, lebensgroßen schwarzen Bizango-Figuren. Die übertreffen alles, was man so in albernen Filmen gesehen hat. (Ich bin nicht mal ganz in den Raum hineingegangen - man weiß ja nie, was man sich da so einfängt mit Neptun-Mond in Skorpion.) Heftig, heftig. Auch die riesigen Spiegel im letzten Raum, die als Tore zur Geisterwelt fungieren, sind mächtig mächtig - da muss man nicht zu lange hineinblicken. Bei der Nachlese heute fand ich gar eine Stimme, die explizit vor dem Besuch von Ausstellungen mit Bizango-Objekten warnt.

Meiner Wahrnehmung nach geht es wohl darum, die Geister zu ehren. Auch den Geistern der "anderen" Seite Raum zu geben oder mit ihnen umzugehen. Und wohl auch den Umgang mit der anderen Seite von einem selber. Alle Dinge haben eben auch eine Rückseite, ohne Licht kein Schatten. Die christliche Variante, all die nicht so einfachen Seiten auszublenden oder nach außen zu projezieren, ist ja nun wahrlich keine Lösung.

Wie auch immer. Macht Euch selbst ein Bild. Spannend auf jeden Fall und auch einen zweiten Besuch wert. Begleitend zu der Ausstellung gibt es eine Reihe von informativen kleinen Filmchen mit Kurz-Dokus und Interviews. Noch bis zum 24.10.2010

Mittwoch, 11. August 2010

Reminder: Bourgeois

Eine kleine aber sehenswerte Ausstellung in der Sammlung Scharf-Gerstenberg (Berlin Charlottenburg, gegenüber des Schlosses), in der die Arbeiten des Surrealisten Hans Bellmer (13.3.1902 in Kattowitz) den Objekten von Louise Bourgeois gegenüber gestellt werden.














Zwei Künstler, die sich sehr intensiv mit Körpern, Sexualität, Eros, Ideal und Zerstörung beschäftigt haben. Auf den ersten Blick scheinen die Arbeiten tatsächlich ähnlich oder vergleichbar, aber bei genauem Betrachten sind sie im Ausdruck doch sehr unterschiedlich.

Für mich waren vor allem die jüngeren Arbeiten von Bourgeois spannend, die in der großen Hamburger Retrospektive Ende der 90er noch nicht zu sehen waren, wie der kleine Torso. Genähte Körper, Puppen, Figurinen.

Bellmer hat eine Mars-Sonne Konjunktion in Fische im T-Quadrat zu Pluto und Uranus. Die sich daraus ergebende obsessive Grundstruktur konnte er tatsächlich über seine künstlerischen Arbeiten sublimieren.

Noch bis 15.8.2010
Bilder: Mappelthorpe // Collection Axel Vervoordt

Freitag, 6. August 2010

Ganzkörpererfahrung

Gropius-Bau Berlin, die Zweite: Olafur Eliasson schafft LSD-Visionen ohne Tabletteneinnahme oder holotropes Atmen. Fließende Spiegel, Netzwerkwelten, tanzende Farbtropfen, die das Auge flashen. Runde Regenbogen zaubern Visionen an Wände und in den Nebelkammern verliert man sich in völlig neuer Wahrnehmung - Töne Farben Schemen konstruieren Anderswelten, wie es sonst nur auf Trips oder in Träumen erlebbar ist. Nur noch bis 9.8.2010.

Eliasson hat eine Wassermann-Sonne, die ihn für das Thema Netzwerke prädestiniert. Mit einer (unaspektierten) Fische-Venus findet seine Ästektik ihren Ursprung in den "Anderswelten". Das große Wasser-Trigon von Saturn, Jupiter und Neptun hat die volle Kraft, Emotionen in Form zu binden.

Donnerstag, 5. August 2010

Krebstierchen

So langsam wird auch intensives Schlange-Stehen keinen Erfolg mehr haben: Die Frida Kahlo-Ausstellung im Berliner Gropiusbau endet in Kürze. Das nehmen wir mal als Anlaß für ein paar Kurzbetrachtungen aus der Sicht der drei Skorpion-Mondinnen des Astro-Stammtisches:

Geboren wurde Frida Kahlo am 6.7.1908 in Mexiko Stadt um 8.30 Uhr. Sie, die Königin der Selbstinszenierung (Löwe-AC), hat stets mit allerhöchster Sorgfalt für einen tollen Auftritt gesorgt. Grundlage waren farbenfrohe, kostbare mexikanische Trachten. Erst kürzlich - 50 Jahre nach ihrem Tod - wurden ihre Kleiderschränke zugänglich gemacht. Welch eine wundervolle Sammlung (Stier-Mond).

Ihren Leiden und ihrem Sein konnte sie malend in ihren so ganz eigenen Bilderwelten ausdrücken (Krebs Sonne in 11); sie war zu höchster Selbstdisziplin fähig (Mond in 10) - ihre heftige Krankheitsgeschichte hat ihr in dieser Hinsicht alles abverlangt.

Wer einmal Zutritt in ihr Reich bekam, blieb auch (Saturn im 8.Haus). In Liebesgeschichten war sie oft in Abhängigkeiten und Obzessionen gefangen (Pluto-Venus). Verschärfend kommt eine Quadrat-Verspannung zwischen Saturn und Pluto-Venus dazu.

Der optisch auffälligste Aspekt im Horoskopbild ist die Opposition von Uranus-Mars im Steinbock stehend auf die Krebs-Planeten (Sonne-Neptun, zudem Lilith, Glückspunkt, Jupiter). Das Harte durchdringt plötzlich das Weiche. Der brutale Busunfall als grausames Sinnbild dieser Energie.


Bilder: astro.com / Pablo Aguinaco 2009

Freitag, 18. Juni 2010

Lilith

Ich war gestern seit langem mal wieder im Hamburger Bahnhof. Auf der Suche nach einem Verständnis für Lilith bin ich verabredet, um mir ein Werk von Anselm Kiefer (= "Lilith") anzusehen. Ich konnte mich von vormaligen Besuchen nur noch an ein ungutes Gefühl erinnern, das ich mit diesem Objekt verband. Jetzt war es greifend, mulmig, gruselig.

Kiefer stellt uns vor eine große Tafel aus Bleiwogen, beschmuddelten Kleidchen, grau-brauner Farbe und wenig Horizont. Assoziatinen zu Kriegsfeldern, Ausschwitzkoffern, Verderben, Tod. (A prosops Blei: Er hat einen Steinbock-Mond). Kann man lieder nicht so gut erkennen, Doppelklick vergrößert zumindest.



Ist das Lilith? Verderben bringend. Wenn Kindchen, dann Dämonenkindchen ohne Körper? Ohne Leben, ohne Farbe, ohne Sonne??

Irgendwie bin ich ja schon foh, dass sich jemand der Aufgabe annimmt und versucht, die Schrecklichkeiten der 30er und 40er Jahre zu verarbeiten. Er nimmt den Mythos der Lilith, um das Grausame sichtbar zu machen.

Aber ist das Lilith? Astronomisch ist es doch ein gerechneter Punkt, der sich aus der Bahn von Erde und Mond ergibt. Manche reden von der schwarzen Mondin, aber warum denn das, wenn es doch quasi eher der Spiegelpunkt zur Erde ist? Es wäre doch dann eher die schwarze Erde. Ich verstehe das nicht. Seit wann gibt es denn eigentlich Deutungen zur Liltih?

Fragen über Fragen.

Dienstag, 8. Juni 2010

Louise Bourgeois

Vor ein paar Tagen ist Louise Bourgeois im stolzen Alter von 98 Jahren gestorben. Ich war Ende der 90er in einer großen Retrospektive ihrer Arbeiten in Hamburg -- sehr beeindruckende Arbeiten zwischen extremer uranischer Selbstentfremdung und der tief berührenden und anmachenden und greifenden Ästhetik des Skorpions. Das Ganze präsentiert von einer ultimativen Steinbockin. Hier mal ein paar Zitate von ihr. (Doppelklick vergrößert die Bilder)

"Der Spiegel ist die Akzeptanz seiner selbst. Ich habe in einem Haus ohne Spiegel gelebt, weil ich es nicht schaffte, mich zu akzeptieren. Der Spiegel war mein Feind, aber er soll kein Feind sein, er soll Freund sein. ...
Ob es Augen gibt, die die Wirklichkeit sehen, oder ob es welche gibt, die eine ausgedachte Welt sehen, niemand kann verhindern, daß ich sehe, was IST anstelle dessen, was ist wollte, es SEI."


"Ich zerbreche alles, was ich berühre, weil ich gewalttätig bin. Ich zerstöre die Verbindung mit meinen Freunden, mit meinen Geliebten und mit meinen Kindern. Normalerweise können es die Menschen nicht erahnen, aber ich bin grausam und das ist präsent in meiner Arbeit. Ich zerbreche die Dinge, weil ich Angst haben und ich verbringe meine Zeit damit, sie zu reparieren. Ich bin sadistisch aus Angst."